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Energiesparpotenziale in Haushalten von älteren Menschen

 

Das Projekt bietet eine detaillierte Analyse zu den Wohnverhältnissen, zum Wohnenergiebedarf und zu den Wohngewohnheiten der Babyboomer-Generation. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse wurden in diesem Projekt Massnahmen entwickelt und getestet, die ältere Menschen motivieren, energieeffizienter zu leben.

 News

 

 

Abgeschlossenes Projekt: Energiesparpotenziale in Haushalten von älteren MenschenAbgeschlossenes Projekt: Energiesparpotenziale in Haushalten von älteren Menschenhttp://www.nfp71.ch/de/News/Seiten/190207-news-nfp71-abgeschlossenes-projekt-energiesparpotenziale-in-haushalten-von-aelteren-menschen.aspx06.02.2019 23:00:00
"Smart small living?" – weniger Energieverbrauch in Haushalten älterer Menschen"Smart small living?" – weniger Energieverbrauch in Haushalten älterer Menschenhttp://www.nfp71.ch/de/News/Seiten/180713-news-nfp71-smart-small-living.aspx17.07.2018 22:00:00
"Zu alt zum Energiesparen?" – Babyboomer-Generation verbraucht zu viel Energie für das Wohnen"Zu alt zum Energiesparen?" – Babyboomer-Generation verbraucht zu viel Energie für das Wohnenhttp://www.nfp71.ch/de/News/Seiten/180205-news-nfp71-zu-alt-zum-energiesparen.aspx04.02.2018 23:00:00

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Mit dem demografischen Wandel in der Schweiz werden die Kleinhaushalte sowie die Haushalte mit älteren Menschen und als Folge davon auch der Wohnenergieverbrauch deutlich zunehmen. Allgemein hängt der Energieverbrauch der Haushalte von vielen Faktoren ab. Dazu gehören der Wohnraumbedarf, das Alter und der Energiestandard des Gebäudes, die Art und Effizienz der Heizanlage, die Nutzungsintensität und die Gewohnheiten der Bewohner. Der Energieverbrauch pro Kopf wird zudem von der Grösse und Belegung des Haushalts beeinflusst.

Zielsetzung

Das Ziel des Projekts bestand darin, in Erfahrung zu bringen, wie ältere Menschen wohnen und wie viel Energie sie dabei verbrauchen. Analysiert wurden zudem ihre Einstellungen zu Energieeffizienz- und Suffizienzmassnahmen sowie altersspezifische Hürden, die deren Umsetzung im Weg stehen. Auf dieser Grundlage wurden Massnahmen und Anreize entwickelt, getestet und bewertet sowie die entsprechenden Energiesparpotenziale berechnet. Der Schwerpunkt lag auf einer Reduktion der Wohnfläche durch die Förderung von Umzügen in kleinere Wohnungen, auf strukturellen Verdichtungen und auf energetischen Sanierungen.

Resultate

Die Studie hat gezeigt:

  • Der Wohnraum nimmt mit steigendem Alter deutlich zu. Das ungenutzte Energiesparpotenzial in Haushalten von älteren Menschen (Babyboomer) ist sehr gross.
  • Der Umgang mit dem Altern und die Auseinandersetzung mit der künftigen Lebens- und Wohnsituation ist ein Schlüsselfaktor zur Ausschöpfung des Energiesparpotenzials in Haushalten von älteren Menschen. Besonders entscheidend ist der Zeitpunkt, zu dem die Kinder ausziehen. Die Studie hat jedoch gezeigt, dass dies derzeit noch ein Tabuthema ist – das Älterwerden und die sich verändernden Wohnverhältnisse sorgen für Verunsicherung, was die künftige Wohn- und Lebenssituation betrifft.
  • Finanzielle Anreize haben sich bisher als unzureichend bzw. ohne entscheidenden Einfluss auf die Umsetzung von energetischen Sanierungen und Gebäudeverdichtungen erwiesen. Diese Massnahmen müssen ergänzt werden – mindestens durch wertorientierte Ansätze sowie umfassende Informations- und Beratungsleistungen.
  • Im Bereich der Richtlinien und Rahmenbedingungen ist die Finanzierbarkeit (Tragbarkeit von Hypotheken) von energetischen Sanierungen und Gebäudeverdichtungen für über 60-Jährige ein grosses Hindernis. Innovative Anpassungen am bestehenden System sind dringend notwendig. Es besteht auch ein Potenzial für Anreizmassnahmen im Rahmen der Bauvorschriften.
  • Der Wissenstransfer und die Umsetzung von Massnahmen zur Förderung von Energiesparstrategien sollten sich auf die Zielgruppen mit dem grössten Energiesparpotenzial konzentrieren: auf Eigentümerinnen und Eigentümer von Einfamilienhäusern, auf Investoren mit grossen Mietobjekten, auf Verwaltungen und Gebäudebetreiber sowie auf kleine und mittelgrosse Genossenschaften.
  • Mit dem anschliessenden Umsetzungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Hauseigentümerverband (HEV) wurde ein neues Format von Massnahmen entwickelt, getestet und evaluiert. An interaktiven Workshops wurden die Teilnehmenden motiviert, der Planung ihrer künftigen Wohnsituation mehr Zeit zu widmen.
  • Die Modellberechnungen zeigen, dass die vorgeschlagenen Energiesparstrategien bis zu 4 % zum jährlichen Energiesparziel der Energiestrategie 2050 für das Heizen von Wohnräumen beisteuern könnten. Die grössten Wirkungen erzielen die Strategien "Wohnmobilität" und "energieeffiziente Renovationen".

Bedeutung

Bedeutung für die Forschung

Aus dem Projekt resultieren spezifische neue Erkenntnisse zum Wohnenergieverbrauch von älteren Menschen. Das Umsetzungsprojekt leistet einen Beitrag zur aktuellen Forschung im Bereich gesellschaftlicher Innovationen.

Bedeutung für die Praxis

Das Projekt trägt dazu bei, das Potenzial von Effizienz- und Suffizienzmassnahmen beim Wohnenergiebedarf abschätzen zu können. Es liefert Entscheidungsträgern Empfehlungen zu Massnahmen und Anreizen, die zur Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050 und des CO2-Abkommens beitragen könnten.

Originaltitel

Residential energy efficiency and sufficiency potentials of elderly households (REPELD)

Projektverantwortliche

  • Dr. Heinz Rütter, Rütter Soceco AG, Rüschlikon
  • Dr. Werner Hässig, hässig sustech gmbh, Uster